Konzert in Mannheim und Kirchenkonzert

Am folgenden Konzerttag erklang das Programm noch einmal im Alten Börsensaal in Mannheim. Das Konzert wurde vom bekannten Sinfonischen Jugendblasorchester der Mannheimer Musikschule veranstaltet, das ähnlich wie tags zuvor die Stuttgarter die erste Konzerthälfte bestritt. Es erklang die Candide-Ouvertüre von Leonard Bernstein und Gustav Holsts First Suite in Eb; die Einstudierung und Leitung lag in den bewährten Händen von Tobias Mahl und Harald Buchta.
Mit völlig anderem Repertoire präsentierte sich das Sinfonische Blasorchester der Musikhochschule Lissabon im dritten Konzert der Reise, das am Palmsonntag am Rande Stuttgarts in der Ulrichskirche stattfand. Abgestimmt auf den Kirchenraum kamen inhaltlich und musikalisch passende Kompositionen zu Gehör: neben Bekanntem wiederum hörenswerte portugiesische Werke. Bereits das erste Werk komponiert von Miguel Sousa, einem Kompositionsstudenten der Lissaboner Hochschule und Jahrgang 1987, ließ aufhorchen:
Messier 80 brachte ruhigste und sphärische Klänge zu Gehör und überzeugte mit seiner zeitgenössischen und meditativen Klangsprache. Als Inspirationsquelle diente der Sternennebel M 80, den Charles Messier 1781 entdeckt und katalogisierte hatte.
Zu den bekannteren und als klassisch einzustufenden Werken des Konzertes zählten die gesanglichen Stücke
O Magnum Mysterium (Morten Lauridsen/arr. Reynolds) - und Irish Tune from County Derry (Percy Grainger), die in der Kirchenakustik besonderen Tiefgang und Intensität entwickelten. Die ausgezeichnet spielenden Musikstudenten überzeugten in Interpretation, Intonation und Klangqualität, so dass es nicht verwunderlich ist, dass einige von ihnen bereits neben dem Studium Verpflichtungen in portugiesischen Berufsorchestern nachgehen. Auch Edward Gregsons Partita, einem dreisätzigen Werk basierend auf dem mittelalterliche Dies Irae, fügte sich nahtlos ein. Höhepunkt des Kichenkonzertes war jedoch das sinfonische Gedicht Romanesco von Luís Cardoso (*1974). In musikalisch-thematischer Gegenüberstellung vertonte Cardoso die mittelalterlichen Kriege zwischen den Christen und Mauren auf der Iberischen Halbinsel. Mönchsgesänge und kämpferische Klänge wechseln mit typisch europäischen bzw. orientalisch angehauchten Motiven. Seit Saint-Saëns nichts Neues in der Bläsermusik, aber in Cardosos Variante eine überzeugende Repertoireergänzung.

 

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